Wissenswertes über Herbstmilch
Herbstmilch, auch Stoßsuppe genannt, wurde früher vor allem in ländlichen Regionen auf Bauernhöfen zubereitet. Übers Jahr hinweg sammelte man die übrig gebliebene Milch in Fässern. Durch den natürlichen Säuerungsprozess gerann die Milch und bildete die ursprüngliche Form von Sauerrahm.
Aus diesem Sauerrahm entstand die sogenannte Stoß- oder Rahmsuppe, die traditionell mit Roggenbrot gegessen wurde. Die Zutaten waren bewusst einfach gehalten, da sie in nahezu jedem Haushalt verfügbar waren.
Bis heute wird die Suppe je nach Region etwas unterschiedlich zubereitet. Eines haben jedoch alle Varianten gemeinsam: Sie macht satt und ist besonders an kalten Tagen eine schnelle, günstige und wohltuende Mahlzeit.
Zutaten:
- 2 Becher Sauerrahm
- 3 mittelgroße speckige Kartoffeln
- 1 mittelgroße mehlige Kartoffel
- 2 EL Kümmel
- Salz
- frisch gemahlener Pfeffer
- 500 ml Wasser
Utensilien:
- Kochtopf mit Deckel
- Sparschäler
- Gemüsemesser
- Messbecher
- Suppenteller oder Schüssel
- Gabel
- Löffel
Kleine Kartoffelkunde:
Speckige (festkochende) Kartoffeln
Sie bleiben beim Kochen formstabil und haben eine feste, glatte Konsistenz. Sie eignen sich besonders für Kartoffelsalat, Bratkartoffeln und Gratins.
Mehlige Kartoffeln
Sie zerfallen beim Kochen leichter und haben eine lockere, trockene Konsistenz. Sie eignen sich besonders für Püree, Knödel, Suppen und Kartoffelteig.
Arbeitsablauf:
Fülle den Kochtopf mit etwa 500 ml Wasser und einer guten Prise Salz. Stelle ihn auf den Herd und bringe das Wasser zum Kochen.
Die speckigen Kartoffeln schälst du und schneidest sie in daumengroße Stücke. Die mehlige Kartoffel schälst du ebenfalls und schneidest sie in etwa 1 cm große Würfel. Gib alle Kartoffeln in das siedende Wasser und lasse sie bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten kochen.
Währenddessen bereitest du die Sauerrahmmischung vor. Gib den Inhalt beider Sauerrahmbecher in einen Messbecher und füge Kümmel, Salz und Pfeffer hinzu. Verrühre alles gründlich, bis sich die Gewürze gleichmäßig mit dem Rahm verbunden haben und eine cremige Masse entsteht.
Teste zwischendurch mit einer Gabel, wie weich die größeren Kartoffelstücke bereits sind. Lässt sich die Gabel nur schwer hineinstechen, benötigen die Kartoffeln noch etwas Zeit. Gleitet die Gabel mit leichtem Druck hinein, gib die Sauerrahmmischung langsam zur Suppe und verrühre alles gut. Anschließend lässt du die Suppe bei niedriger Hitze weiter köcheln.
Wichtig: Die mehligen Kartoffelstücke sollen vollständig zerfallen und die Suppe auf natürliche Weise eindicken. Je länger sie köchelt, desto sämiger und cremiger wird sie. Ist die Suppe dir zu dick geworden, gib einfach etwas Wasser hinzu und lasse sie weiterhin auf niedriger Stufe köcheln.
Das Besondere an dieser Suppe ist die angenehme Säure des Sauerrahms, die das Aroma des Kümmels wunderbar zur Geltung bringt.
Solltest du kein Roggenbrot oder dunkles Bauernbrot zur Hand haben, kannst du auch Vollkorntoast oder anderes Gebäck dazu servieren. Ich empfehle jedoch Vollkorn- oder Roggenbrot, da diese die Tiefe und Bodenständigkeit dieser traditionellen Speise besonders gut unterstreichen.