Ich liebe Tomaten – in allen Varianten, aber am liebsten als Sauce für Pasta. Gerade das Fruchtige harmoniert perfekt mit dem Erdigen der Nudeln. Und mal ehrlich: Die Italiener haben Pasta zur Kunstform erhoben, und sie wird von Alt und Jung gleichermaßen geliebt.
Mein erster Italienurlaub war 1986. Dort sah ich zum ersten Mal Sand, Meer und das wunderbare Essen. Wir wohnten in einem Internat und wurden von pensionierten Nonnen verköstigt. Man kann sich also vorstellen, wie fantastisch das war: Latte Macchiato in einer großen Tasse, die man mit beiden Händen halten musste, frisch aufgebackene Weißbrötchen, Marmelade, Butter, Wurst und Käse in vielen Variationen und sogar frisch gepresster Orangensaft. Für mich als kleines Dorfkind war das purer Luxus.
Am liebsten hatte ich die Pasta Pomodoro mit viel Parmesan. Ich war keine große Esserin, aber davon konnte ich einfach nicht genug bekommen. Jahre später experimentierte ich mit Rezepten, um zumindest annähernd an diesen Geschmack heranzukommen. Aber auch hier muss ich ehrlich sein: Egal, wie gut die Rezepte sind, es ist eben doch kein Italienurlaub.
Zutaten:
- 500 g Penne (Vollkorn)
- 1 Glas getrocknete Tomaten (oder 1 Handvoll selbst gemachter getrockneter Tomaten)
- 3 EL Tomatenmark
- 1 Zwiebel
- 3 gehackte oder gepresste Knoblauchzehen oder 1 EL Knoblauchpaste
- 2 EL Olivenöl
- 1 EL Zitronensaft
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer
- 1 EL Thymian
- frisch gehackter Basilikum
- 3 EL Nudelwasser (besonders stärkehaltig und macht die Sauce schön sämig)
Zum Servieren:
- frisch geriebener Parmesan
- Alternativ: Veganer Parmesan aus Cashewnüssen
Utensilien:
Schneidbrett
Nudelsieb
sehr scharfes Gemüsemesser
2 kleine Löffel (zum Verrühren und Abschmecken)
großer Kochtopf mit Deckel
große, tiefe Pfanne
Käsereibe für den Parmesan
2 kleine, stabile Schüsseln (Emaille oder Glas)
Eines vorweg:
Man kann Tomaten auch selbst trocknen. Dazu braucht es jedoch Zeit und die richtige Auswahl der Tomaten. Der Einfachheit halber kann man auf bereits eingelegte getrocknete Tomaten zurückgreifen. So erspart man sich einige Arbeitsschritte.
Zubereitung:
Stelle Wasser für die Nudeln auf, gib eine kräftige Prise Salz hinein und bringe es zum Kochen. Wenn das Wasser sprudelt, reduziere die Hitze etwas und gib die Nudeln vorsichtig hinein. Nudeln enthalten viel Stärke, daher kann das Wasser etwas schäumen. Keine Sorge – durch die geringere Hitze wird auch die Schaumbildung reduziert. Behalte die Nudeln im Auge und halte dich an die Garzeit auf der Verpackung. Wir wollen sie schließlich bissfest, also al dente.
Schäle die Zwiebel und hacke sie in möglichst kleine Stücke. Damit die Augen weniger tränen, kannst du die geschälte Zwiebel kurz mit heißem Wasser abspülen. Gib die gehackte Zwiebel anschließend in eine kleine Schüssel. Nun hackst du den Knoblauch fein oder presst ihn durch eine Knoblauchpresse und gibst ihn ebenfalls zur Zwiebel.
Jetzt hackst du die getrockneten Tomaten in sehr feine Stücke. Wichtig ist dabei ein wirklich scharfes Messer. Es erleichtert die Arbeit, sorgt für saubere Schnitte und reduziert die Verletzungsgefahr. Je feiner die Tomaten geschnitten sind, desto besser. Lasse sie zunächst auf dem Schneidbrett liegen.
In die zweite kleine Schüssel gibst du nun das Tomatenmark, Zitronensaft, den Thymian und Basilikum sowie etwas Salz und Pfeffer. Füge etwas Nudelwasser hinzu und verrühre alles mit einem kleinen Löffel zu einer glatten Paste.
Sind die Nudeln fertig, gieße sie ab und bereite die Pfanne vor. Gib das Olivenöl hinein und erwärme es vorsichtig. Die Sauce soll nicht scharf angebraten werden, sondern sanft garen, damit die Aromen erhalten bleiben.
Gib nun bei mittlerer Hitze die Zwiebel-Knoblauch-Mischung in die Pfanne und lasse sie glasig werden. Achte darauf, dass insbesondere der Knoblauch nicht zu dunkel wird, da er sonst bitter schmecken kann. Füge anschließend die gehackten getrockneten Tomaten hinzu und verrühre alles gründlich.
Schon jetzt verbreiten sich der Duft des Knoblauchs und das intensive Aroma der Tomaten. Gib nun die Tomatenmark-Paste dazu und schalte die Herdplatte aus. Die Restwärme genügt, damit sich die Aromen und Gewürze miteinander verbinden. Das kann durchaus 10 bis 15 Minuten dauern.
In der Zwischenzeit kannst du die Nudeln im Sieb mit einer Gabel etwas auflockern. Falls sie zusammenkleben, lassen sie sich so leichter voneinander trennen und nehmen später die Sauce besser auf.
Gib nun die Nudeln in die Pfanne und vermenge alles sorgfältig. Die Pomodoro-Sauce sollte jede Nudel umhüllen. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass die Nudeln nicht in einer flüssigen Sauce schwimmen, sondern von der aromatischen Tomatenpaste ummantelt werden. Die Süße der Tomaten, kombiniert mit Gewürzen, Zwiebeln und Knoblauch, verleiht diesem sommerlichen Gericht einen mediterranen Charakter.
Sollte der Herd noch etwas Wärme abgeben, lasse die Nudeln die Sauce noch kurz aufnehmen.
Inzwischen kannst du eine großzügige Portion Parmesan reiben. Ich liebe Parmesan, und aus meiner Sicht kann es für Pasta Pomodoro kaum zu viel davon geben. Dosiere ihn aber ganz nach deinem persönlichen Geschmack. Der Parmesan verleiht dem Gericht zusätzliche Würze und macht es noch sättigender.
Buon appetito!