Das Schuljahr 2018/19 war zweifelsohne ein besonders ereignisreiches Schuljahr. Wir besuchten 21 Schulen in gesamt Wien, unterrichteten 1,662 SchülerInnen in 68 Klassen.

Unser Themenspektrum umfasste grundlegende Wissensvermittlung mittels der Ernährungspyramide (anhand gesunden Frühstücks oder Jause), kulinarisch um die Welt, Bento-Kreativ-Wettbewerbe, Physiologie, Makro- und Mikronährstoffe, gesundes Trinken, Drei-Sinne-Spiel, Brotverkostung und Kräuterkunde im Rahmen einer Exkursion in eine Gärtnerei. Bei all diesen Themen waren unterschiedliche Übungen und Eigenrecherchen und Präsentationen inkludiert.

Kreativwettbewerb
Kreativwettbewerb

Die Ziele der jeweiligen Workshops waren den Dialog und auch eine Diskussionskultur zu fördern, grundlegendes Wissen in Sachen Ernährung zu vermitteln, sowie vor allem die Eigenständigkeit und auch die Eigenbefähigung Information zu filtern und zu verarbeiten. Das vorhandene Wissen sollte in eigener Sprache weitergegeben werden können. Je nach Vorwissen der SchülerInnen wurden der Schwierigkeitsgrad der Übungen und Informationen angeboten.

Bei Integrationsklassen wurde besonders auf die sprachliche und kognitive Gegebenheiten Rücksicht genommen und weitgehend ohne Theorie Wissen vermittelt. Hierbei nutzten wir die Möglichkeit von gemeinsamem und gesundem Frühstück oder Jausen; im Rahmen dieser wurde besonders die Kommunikation gefördert. Die SchülerInnen konnten über ihre Ernährungsgewohnheiten sprechen und konnten somit auch hier ihr Wissen über gesunde Ernährung verbessern. Zudem wurden SchülerInnen ermuntert, sich die einzelnen Zutaten genauer anzuschauen und sollten den Nährwert der einzelnen Zutaten ermitteln. Werte vergleichen und anhand klarer Fragen bewerten.

Gesundes Frühstück
Gesundes Frühstück

Auch speziellere Themen wie Zucker und Salz in unseren Speisen und Softdrinks waren wichtig und konnten altersgerecht vermittelt werden. Besonders Spaß machte den SchülerInnen den persönlichen Flüssigkeitsbedarf zu errechnen sowie den maximalen Zuckerbedarf anhand gekaufter Getränke und Snacks. Hierbei setzen wir auf Verständnisübungen und intensive Kommunikation. Wir verglichen Getränke und Inhaltsstoffe, überlegten Alternativen, die sowohl gesünder als auch kostengünstiger waren. Dabei entstanden sehr gute Ideen, wie SchülerInnen zeitsparend gesunde Getränke herstellen konnten.

Bei Klassen mit wenig sprachlichen Barrieren setzten wir auf Eigeninitiative. Es wurden unterschiedliche Gruppenarbeiten angeboten, die aber in ihrer Gesamtheit ineinandergreifen. So sollten die SchülerInnen in Gruppenarbeit sowohl die Komplexität der Verdauungsorgane und Makro- und Mikronährstoffe zusammenführen. Hierbei wurden mehrere Unterrichtsfächer zusammengebracht: Biologie, Chemie und Ernährung. Natürlich versuchten wir die Themen nicht zu tiefgreifend auszuarbeiten und verzichteten weitgehend auf Fremdbegriffe. Es war besonders wichtig, dass die TeilnehmerInnen die Inhalte so erlernen, dass sie in der Lage sind, das Wissen verständlich weiter zu geben. So sollten sie auch auf Fragen inhaltlich korrekt antworten können, um festzustellen, ob die jeweiligen Aufgaben und auch die Themen an sich verstanden wurden.

Natürlich war es besonders wichtig, den SchülerInnen bei all ihren Arbeitsschritten Hilfestellungen zu bieten. Dies in Form von Erklärungen zur Planung der Anforderungen bis hin zu Tipps zu den Präsentationen. Umfangreiche Lehrmaterialien wurden zur Verfügung gestellt, wo wie Bücher, Skizzen, Flipchart-Papier, Stifte – sprich, alles, was die SchülerInnen um Umsetzen ihrer Recherchen brauchten. Meine AssistentInnen hatten stets viel zu schleppen. 😉

Wissenwertes
Wissenwertes

Bei den letzten beiden Workshops wollten wir etwas Besonderes anbieten. Das Thema „Kräuterkunde“ hatten wir bereits einige Monate vorher gewählt. Wir wollten eine außergewöhnliche Umgebung nutzen, sodass die SchülerInnen das Thema direkt in der Natur kennenlernen. Dazu organisierten wir eine Exkursion in eine Gärtnerei. Sowohl für die SchülerInnen als auch die anwesenden Lehrkräfte und Begleitpersonen waren es zwei aufregende, lehrreiche und schöne Tage. Die SchülerInnen durften Kräuter selbst ziehen und konnten eigenständig Kräuteraufstriche selbst herstellen. Es ist daher auch für uns besonders wichtig ein gutes Netzwerk aus Profis zu verfügen, um den SchülerInnen ein größeres Spektrum an Themen anzubieten.

Besonders hervorheben möchte ich die hervorragende Zusammenarbeit mit den Lehrkräften, DirektorInnen und AnsprechpartnerInnen. Jeder einzelne Workshop war auf unterschiedlicher Weise herausfordernd und bei allen möglichen Hindernissen oder Problemstellungen wurden wir tatkräftig von den anwesenden Lehrkräften unterstützt. Ob es sich um organisatorische oder pädagogische Belange drehte, alles funktionierte immer perfekt. Hier konnte man deutlich das Engagement der Lehrkräfte erkennen und selbst in turbulenten Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Palatschinkenparty
Palatschinkenparty

Hierbei zeigte sich besonders, wie wichtig die Workshops in den jeweiligen Schulen sind. Sie bieten nicht nur umfangreiches und altersgerechtes Wissen zum Thema Ernährung und Gesundheit, sondern bieten in vielen Fällen auch lebensnahe Hilfestellungen. Für einige SchülerInnen war die Tatsache eine rollstuhlfahrende Trainerin vor sich zu haben, erstmal ungewöhnlich und neu. Viele SchülerInnen hatten bislang keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderungen. Nach einiger Zeit stellten sie jedoch fest, dass meine Behinderung in den Hintergrund rückt, sobald der Fokus auf die entsprechend gelehrten Themen gelenkt wird.

Es war daher auch auf Metaebene wichtig, den SchülerInnen nahe zu bringen, dass Professionalität, Passion, Talent, Motivation und Eigeninitiative nicht von körperlichen Gegebenheiten abhängig sind. Ab und an wurden Fragen zu meiner Behinderung gestellt, diese waren eher Fragen rund um meinen Alltag und Logistik meines Alltags. Besonders spannend fanden sie auch die Tätigkeiten meiner AssistentInnen. So konnten SchülerInnen auch jede Menge über den Job als AssistentIn erfahren und somit auch ihre Sichtweise, was alles Job sein kann, erweitern.

In allem glauben wir, dass wir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen konnten und sich auch im nächsten Schuljahr wieder spannende und interessante Möglichkeiten auftun werden.

Körbchen mit Kunststofflebensensmittel
Körbchen mit Kunststofflebensensmittel

Als Trainerin möchte ich abschließend erwähnen, dass ich definitiv viel von den Lehrkräften und den SchülerInnen gelernt habe. Obwohl ich noch immer eine penible Chaotin bin, so habe ich gelernt, einfach etwas entspannter an die Sache ranzugehen und sich im Notfall auf Improvisation zu verlassen. Die Ergebnisse der Feedbackbögen zeigen immer wieder, wie positiv diese Workshops bei den SchülerInnen ankommen und das Vieles von dem, was wir an Wissen mit ihnen teilen, auch hängen bleibt.

Mein persönlicher Dank gilt auch meinen AssistentInnen, ohne die ich meine Workshops nicht in der Professionalität hätte umsetzen können, wie es notwendig ist. Ich freu mich besonders aufs nächste Schuljahr, denn mit jedem Jahr steigern wir nicht nur die Anzahl der zu besuchenden Schulen, sondern auch die Komplexität und Diversität unserer Themen. Ja, und Spaß machts ohnehin!

Ich wünsche Allen einen erholsamen Sommer!

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