Entwicklung der Webbrowser

Vom Gopher hin zum WWW – Der Ursprung des Internets – unter Lynx

Ursprünglich war Lynx ein Webclient, d.h. ein Programm, welches Kontakt zum Server aufnimmt und Aufgaben auf den Computer, in sein Rechnernetz verteilt. Lynx fand dabei zunächst Anwendung unter Gopher, dem Vorläufermodell des World Wide Web.

Gopher – „Go-for“ = Laufbursche

Screenshot Gopher

Screenshot Gopher

Gopher wurde überwiegend von Regierungen und Universitäten genutzt. Sein Niedergang geht mit dem Aufschwung des World Wide Web einher. Ursache für den Abschwung war die Tatsache, dass die Entwickler von Gopher –die Universität von Minnesota- Gebühren für die kommerzielle Nutzung verlangten. Heute ist Gopher damit fast vollständig in Vergessenheit geraten.

Ein noch aktiver Gopherserver ist bpsw. gopher://gopher.floodgap.com/ .

Der Internet Explorer kann bereits seit 2002 das Gopherprotokoll nicht mehr lesen. Derzeit bilden Mozillabrowser fast die einzigen Clients, die das Gopherprotokoll noch beherrschen. In absehbarer Zeit werden aber auch die Firefox-Entwickler die Gopher-Unterstützung entfernen.

Gopher verwaltet Dateien aller Formate in einer baumähnlichen Struktur. Entwickelt wurde es aufgrund der umständlichen Handhabung des FTP-Protokolls, bei dem das Runterladen von Dateien, zunächst das Einloggen, dann das Wechseln der Verzeichnisse über Tastenbefehle notwendig machte. Das Gopherprotokoll ist bereits ein TCP-Protokoll, d.h. Übertragungssteuerung. Es ähnelt damit dem frühen World Wide Web.

TCP-Protokolle gehören der Transportschicht [1] an. Allgemein sind TCP (Transport von Datenströmen) und UDP (Übertragung von Datenpaketen) Standards für Transportprotokolle. Weitere existieren, wie z.B. TLS, was eine Erweiterung des TCP mit Verschlüsselung ist.

Bei Gopher wird auf die für das World Wide Web charakteristische grafische Darstellung verzichtet, weshalb die Bedienung erheblich komplizierter ist, die Verarbeitung jedoch aufgrund der fehlenden Grafiken wesentlich schneller als das WWW.

Lynx

Screenshot Lynx

Screenshot Lynx

Solange das Internet – das WWW – noch in den Kinderschuhen steckte, war Lynx der optimale Webbrowser, da nur reine Textinhalte zu verarbeiten und im Hypertextprotoll darzustellen waren. Mit Etablierung des Internets nahm auch die Vielfalt der Anwendungen zu. So fanden immer mehr visuelle und akustische Medien ihren Platz, dessen Inhalte für den Textbrowser nicht mehr zugänglich waren.

Dennoch wird Lynx heute noch in bestimmten Kreisen genutzt. Der als absturzsicher geltende Webbrowser zeigt seine Vorzüge gerade bei seiner Nutzung im Zuge wissenschaftlicher Recherarbeiten, indem Seiten durch die Reduktion auf den Text sehr schnell geladen werden können oder Lynx als HTML-Interpreter bestimmte Webseiten automatisch durchsuchen kann. Zudem eignet er sich gut bei Nutzung von Screenreadern, die Blinde verwenden.

WWW unter Mosaic – Heute, vor über 15 Jahren

Screenshot Mosaic

Screenshot Mosaic

NCSA [2] Mosaic wurde an der Universität Illinois entwickelt und war der erste Webbrowser, der außer Text auch Grafiken verarbeiten und in einer HTML-Seite integriert darstellen konnte, ohne dass hierzu externe Anwendungen notwendig waren, wie es beim Browser Viola der Fall war. Diese Erleichterung brachte die endgültige Wende und damit die Ablösung der zeichen- und zeilenorientierten Darstellung textlicher Inhalte im Internet. Der Weg in Richtung `Multimedia` im Internat war gebahnt. Daher genügte auch bald die Darstellung von Bildern im GIF- und HDF-Format nicht mehr. Kontinuierliche Updates und Erweiterungen durch Plugins ermöglichen heute den Zugang zu den vielfältigen medialen Inhalten.

Nach Entwicklung der Betaversion verkaufte die Firma Spyglass 1994 Mosaic. In jenem Jahr erwarb Microsoft für 2 Millionen Dollar die Generallizenz und zahlte ab 1995 98 Cent pro Kopie. So entwickelte sich aus dem Webbrowser Mosaic der Microsoft Internet Explorer, deren Hinweis „basiert auf NCSA Mosaic“ erst mit dem IE 9 verschwand.

Diese progressive Entwicklung des Internet brachte damit jedoch neue Barrieren.

***
[1] Es sei hier nur am Rande erwähnt, dass für folgende Schichten Protokolle existieren: 1) Anwendung 2) Transport, 3) Internet und 4) Netzzugangsschicht.

[2] Das NCSA steht für National Center for Supercomputing Applications.

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